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Darm​barriere

Allgemeine Informationen

Funktion der Darmbarriere

Die Darmbarriere hat die Funktion, unseren Körper zu schützen und Krankheitserreger abzuwehren. Wie? Dafür sorgt ein fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Abwehrmechanismen.
Die Darmbarriere beinhaltet 3 Schutzebenen:
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1. Ebene

Die erste Schicht enthält Darmbakterien – Darm-Mikrobiom oder Darmflora genannt. In einem gesunden Darm stammen diese Billionen von Bakterien aus vielen unterschiedlichen Stämmen: Je höher die Anzahl und Vielfalt des Mikrobioms, desto schwieriger können sich unerwünschte Eindringlinge ansiedeln und vermehren.
Was schwächt unsere Darmbakterien?
Was diese nützlichen Helfer schwächt, sind ungesunde oder einseitige Ernährung, Dauerstress, bestimmte Medikamente oder Alkohol. Die „guten“ Darmbakterien kann man aber auch stärken: Mit gesunder, ballaststoffreicher Ernährung, indem man probiotische Bakterien zuführt – oder auch indem man die guten Bakterien direkt in unserem Darm mit speziellen Präbiotika „anfüttert“, wodurch sie sich sehr schnell vermehren (siehe Stufe 1-2 in Ihrem Maßnahmenplan).

2. Ebene

Das nächste Hindernis für schädliche Eindringlinge ist die Schleimschicht, auch Mucus genannt. Sie lässt schädliche Stoffe einfach nicht durch, wenn viel dichter, zäher Schleim vorhanden ist (bis zu 5 mm dick!), und ermöglicht so, dass diese leicht aus dem Darm wieder abtransportiert werden können. Bestimmte im Darm enthaltene Bakterien wie etwa Akkermansia muciniphila oder Faecalibacterium prausnitzii haben einen ganz wesentlichen Anteil am Aufbau dieser Schicht. Die Schleimschicht fungiert als Schutz der darunterliegenden Darmepithelzellen. Diese Epithelzellen stehen dicht an dicht und sind durch sogenannte „Tight Junctions“, spezielle Verbindungsproteine, fest miteinander verbunden. Die Tight Junctions öffnen sich nur für jene Stoffe, die in den Körper gelangen sollen und verhindern, dass Eindringlinge durch die Epithelzellen hindurch in den Blutkreislauf gelangen.

3. Ebene

Die letzte Abwehrlinie im Darm ist das Darm-Immunsystem: Es beherbergt ca. 80 % der körpereigenen Immunzellen – daher spricht man vom Darm als Zentrum unseres Immunsystems. Die Immunzellen wirken einerseits direkt vor Ort im Darm, aber sie gelangen auch über das Blut- und Lymphsystem an ihren Einsatzort überall im Körper. Gesundheitsfördernde Darmbakterien haben direkten Einfluss auf unsere Immunzellen und modulieren und trainieren sie Tag und Nacht, sodass sie auf fremde Reize richtig reagieren – weder zu stark und überschießend noch zu schwach und somit ineffektiv. Sie sind es, die über Toleranz oder allergische Reaktion entscheiden, aber auch über die Ausbreitung von Entzündungen.

Was passiert bei einer gestörten Darmbarriere?

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Wenn die Darmbarriere gestört wird, kommt es zu einem sogenannten Leaky Gut, also einem löchrigen Darm. Wenn man sich über einen längeren Zeitraum einseitig ernährt, unter Dauerstress steht oder Medikamente wie Antibiotika oder Psychopharmaka einnehmen muss, sterben die guten Bakterien im Darm sehr rasch ab und es verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien – und die „schlechten“ Darmbewohner nutzen das, um sich schnellstmöglich zu vermehren. Dadurch werden Stress- und Entzündungsbotenstoffe in den ganzen Körper ausgesendet. Wenn im Darm-Mikrobiom über einen längeren Zeitraum die Vielfalt reduziert ist, dann wird der 2. Schutzmechanismus der Darmbarriere, nämlich die Darmschleimhaut, in Mitleidenschaft gezogen: Die Tight Junctions werden durch die sich ausbreitende Entzündung aufgelöst, und es entstehen Lücken zwischen den Epithelzellen der Darmschleimhaut – sie wird „löchrig“. Bei einer erhöhten Darm-Durchlässigkeit landen nun permanent Stoffe im Blutkreislauf, die den Organismus schnellstmöglich wieder verlassen sollten: Spritzmittel, die sich noch auf dem Obst befunden haben, ebenso wie Emulgatoren, Farbstoffe und andere Beimengungen aus der Nahrung, Toxine und andere Stoffe, die eigentlich ausgeschieden werden sollten durch den Stuhl. Und das versetzt das Immunsystem, also die 3. Schicht der Darmbarriere, in Alarm-Modus und es kommt zu entzündlichen Reaktionen – verbunden mit einer weiteren Erhöhung der Darm-Durchlässigkeit.

Kann ein Leaky Gut wieder rückgängig gemacht werden?

Ja, ein Leaky Gut kann in den meisten Fällen – mit etwas Geduld – wieder rückgängig gemacht werden. So vielschichtig wie die Darmbarriere funktioniert, sollte daher nicht nur an einem Punkt angesetzt werden, sondern die Funktion jeder einzelnen der 3 Schichten wiederhergestellt werden. Genau dafür dient das 3-Stufen-Konzept: Zuallererst sollte das Ungleichgewicht im Darm-Mikrobiom behoben werden: Mittels nützlicher Darmbakterien in höchster Qualität und der Einnahme spezieller Ballaststoffe zur „Anfütterung“ der anaeroben „guten“ Darmbewohner. Und man sollte sich auch um die Darmschleimhaut kümmern: Diese lässt sich mit Hilfe von Mikronährstoffen wieder aufbauen – insbesondere eine Wirkstoffkombination aus Lecithin, L-Glutamin, Zink und B-Vitaminen (Hauptbestandteile der menschlichen Darmschleimhaut) ist hier hilfreich.

Wie lässt sich ein Leaky Gut diagnostizieren?

Zur Feststellung, ob ein Leaky Gut besteht oder nicht, wird ein Test in einem externen Labor empfohlen. Ein verlässlicher Wert zur Leaky-Gut-Abklärung ist Zonulin – er lässt sich idealerweise durch einen Stuhltest nachweisen. Zonulin ist ein Protein, das von den Darmzellen abgesondert wird und die Durchlässigkeit der Tight Junctions verstärkt. Ein erhöhter Zonulin-Wert weist daher auf eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms hin. Wenn Sie wissen möchten, welches Labor eine Zonulin-Messung vornehmen kann, wenden Sie sich an uns „klicken Sie hier“.